Ausbildungskonzept

Qualifizierung  zur Antigewalttrainerin / zum Antigewalttrainer und Konfrontativen RessourcentrainerIn (AGT/KRT)


Konfrontative Pädagogik im Umgang mit gewaltbereiten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

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Was ist Antigewalttraining?

Bestandteile der Ausbildung

Nutzen der Ausbildung

Ausbildungsplan

Lehrgangsorganisation

Referenten

Teilnehmerzahl

Lehrgangskosten

Die Ausbildungsmodule

Das Anti-Gewalt-Training (AGT/KRT) ist ein deliktspezifisches Programm zur Behandlung von gewaltbereiten Menschen, vor allem auch von Wiederholungstätern. Es handelt sich umeine sozialpädagogische Interventionsform mit psychologisch/ therapeutischen Elementen. Das Training gründet sich auf aggressions- und kriminalitätstheoretische Erkenntnisse und lerntheoretisch-kognitive Grundannahmen.Das Anti-Gewalttraining basiert auf dem Anti-Aggressivitätstraining (AAT®), das im Kern von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe in der Jugendstrafanstalt Hameln unter Leitung des Justizpsychologen Dr. Heilemann entwickelt wurde.
Seit Ende der 80er Jahre wird das AAT® in unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfeldern sehr erfolgreich durchgeführt. Im Anti-Gewalt-Training (AGT/KRT) wurde der Ansatz des AAT® weiterentwickelt. Die Lebensflußarbeit nach Peter Nemitschek, die Würdigungskonferenz,  die Ressourcensitzung, der konfrontative, „heiße“ und „Ressourcenstuhl“ bilden nicht mehr wegzudenkende Bausteine in der Arbeit mit gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen.

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Wichtige Bestandteile der Ausbildung sind:

•    die Auseinandersetzung der TäterIn mit dem Selbstbild und dem eigenen aggressiven Potenzial

•    Wissenserwerb über die psychologischen und soziologischen Aspekte von Gewalt (Adoleszenz, Familie und Umfeld u.a.)

•    die Erkundung individuell und gruppenspezifisch
aggressionsauslösender Situationen

•    Techniken der Deeskalation sich anbahnender und akuter Gewaltsituationen.

•    das Erlernen von konfrontativen Techniken mit dem Ziel, die „harte Schale“ von Rechtfertigung und Neutralisierung zu durchbrechen und den Boden für echte Veränderung zu bereiten, insbesondere

•    Biographiearbeit nach dem Lebensflussmodell

•    das Training der Konfrontation im methodischen Setting des „heißen Stuhls“

•    Vermittlung von Verfahren, die Täter mit dem Leid der Opfer zu konfrontieren mit dem Ziel, echtes Opfermitleid zu erzeugen und den Prozess der Tataufarbeitung zu begleiten.

•    die Täter-Opfer Konferenz, als Methode der Aufarbeitung eigener Traumatisierungen

•    Ressourcenarbeit zur Stärkung eigener Veränderungswünsche

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Der Nutzen der Ausbildung:

•    Sie verbessern Ihre Fähigkeit zur Selbstbehauptung im Umgang mit gewaltbereiten Menschen.

•    Sie erwerben konfrontativ-integrative Handlungskompetenzen und die Fähigkeit, konfrontative Pädagogik zum Nutzen gewaltbereiter Menschen und der mit ihnen befassten Institutionen anzuwenden.

•    Sie entwickeln Transfermöglichkeiten des Antigewalttrainings in ihr berufliches Handlungsfeld

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Der Ausbildungsplan:

Struktur des Lehrgangs:

Die Zusatzqualifikation umfasst vier dreitägige und zwei viertägige Seminare, aufgeteilt über drei Semester. Theorie und Praxis werden in den einzelnen Seminaren stets ineinander verzahnt.

Sie beginnen am ersten Tag jeweils um 13 Uhr und enden am letzten Tag um 13 Uhr mit dem Mittagessen.
Abendeinheiten nach Absprache

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Lehrgangsorganisation:

Zielgruppe:
Fachkräfte aus Jugendarbeit, ambulanter und stationärer Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe, Strafvollzug und allen Tätigkeitsfeldern der Sozialen Arbeit, die mit der Betreuung, Beratung oder Erziehung gewaltbereiter Menschen befasst sind.

Zugangsvoraussetzung

•    Pädagogische, psychologische  oder sozialwissenschaftliche Grundausbildung,

•    in der Regel zwei Jahre Berufserfahrung,

•    psychische Stabilität

•    Bereitschaft zur Selbsterfahrung

Zertifizierung:

Im Rahmen der Ausbildung verfassen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Protokoll zum „Heißen Stuhl“ und ein Konzept über die Umsetzung der Lehrgangsinhalte in ihre berufliche Praxis.  Diese Dokumentationen sind u.a. Grundlage des Abschlusskolloquiums

Nach erfolgreichem Abschluss der Zusatzqualifikation erhalten die TeilnehmerInnen das Zertifikat Anti-Gewalt-TrainerIn und Konfrontativen RessourcentrainerIn (AGT/KRT).

Das Zertifikat bescheinigt die Fähigkeit zur verantwortlichen fachlichen Leitung von Anti-Gewalt Trainingsprogrammen in unterschiedlichen Feldern der sozialen Arbeit.

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Die Referenten:

Christoph Budde

Diplom-Sozialpädagoge (FH), AAT®/AGT Trainer, Coach, Systemischer Paar und Familientherapeut (VFT)

Dagmar Cordes

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Mediatorin in Strafsachen (DBH), Mediatorin und Lehrmediatorin (BM), Trainerin im sozialtherapeutischen Rollenspiel (ASI)

André Braun

Dipl. Pädagoge/Systemischer Therapeut / Familientherapeut (DGSF)
Anti-Gewalt-Trainer / Konfrontativer Ressourcentrainer

(Zu speziellen Themen werden weitere Referenten aus Wissenschaft und
Praxis hinzugezogen.)
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Teilnehmerzahl:

15-20 Personen

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Lehrgangskosten:

2975 ,– Euro
Darin enthalten sind die Seminargebühren, Seminargetränke und Unterlagen
Die Zahlung der Kurskosten ist in 3 Raten zu leisten.
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Die Ausbildungsmodule:

Modul 1: Grundlagenseminar

•    Entstehungskontext und Hintergründe des AGT/KRT

•    Menschenbild und Grundkonzept des pädagogischen Handelns im AGT

•    Rahmenbedingungen zur Durchführung des AGT

•    Basistechniken der konfrontativen Pädagogik

•    Einführung in den konfrontativen Ansatz der Methode des „HeißenStuhls“

Modul 2: Selbstwahrnehmung –Selbstbeherrschung

•    Erkundung und Auseinandersetzung mit der eigenen potentiellen Gewaltbereitschaft

•    Ebenen der Gewaltausübung (verbal, physisch, strukturell)

•    Konfrontation mit Gewaltsituationen

•    Grundlagenwissen über Persönlichkeitsstrukturen gewaltbereiter Menschen

•    Kurzanalyse der eigenen Persönlichkeitsstruktur im Kontext von Gewalterfahrungen

•    „Schnellanalyse“

Modul 3: Deeskalation von Gewaltsituationen

•    Grundwissen über primärer, sekundärer und tertiärer Deeskalation

•    Interventionsmöglichkeiten in Gewaltsituationen

•    Analyse von Gewaltsituationen und Tatfolgesituationen

•    Deeskalation und Tatfolgenbearbeitung auf der Grundlage des Stressmodells von Gewalt (PART 2000) ®

•    Wahrnehmung gruppendynamischer Prozesse

Modul 4: Die Gesprächsführung in der konfrontativen Gesprächssituation

•    Grundlagen der Gesprächsmoderation im konfrontativen Setting

•    Konfrontative Fragetechniken

•    Systemische, zirkuläre Techniken

•    Positionierungstechniken

•    Ressourcenorientierung in der Gesprächsführung

•    Psychodramatische Methoden im konfrontativen Setting

Modul 5: Opfer – Opferleid

•    Grundlagenwissen aus der Viktimologie (Opfersituation, Traumatisierung, Traumaverarbeitung)

•    Umgang mit eigenen Opfererfahrungen

•    Umgang mit biographischen Viktimisiserungserfahrungen der Klienten

•    Die Täter-Opfer Konferenz

•    Techniken der Konfrontation mit dem Opferleid,

•    Moderation von Tatfolgenkonferenzen

Modul 6: Abschlussseminar

•    Ressourcenarbeit

•    Vertiefung der Lehrgangsinhalte an ausgewählten Übungen für unterschiedliche Problemlagen und Anwendungsbereiche

•    Fachgespräche, Netzwerkbildung zur kollegialen Beratung

•    Abschlusskolloqium

•    Zertifikatsvergabe



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Institut für konfrontative Handlungskompetenz

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